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Elektrisch in die Zukunft

PS-Branche probt auf IAA den Neuanfang

Billiger Stromer: VW zeigt auf der IAA die Studie eines elektrischen Einsteigerautos, das im Jahr 2025 auf den Markt kommen soll. Foto: Sven Hoppe/dpa/dpa-mag

14.10.2021

Die Autobranche steht unter Strom. Nachdem ihr über Jahre Ignoranz gegenüber dem Klimawandel vorgeworfen wurde, setzte sie auf der IAA Mobility in München zu einem Befreiungsschlag an: Fast alle Autos, die Besucher dort sehen können, nicht nur die Neuheiten, fahren mit Strom. Und hat sich doch mal ein Verbrenner daruntergemischt, dann meist ein Hybrid.

Bei Mercedes reicht der Reigen vom Mercedes EQE für die Mittelklasse über die seriennahe Studie eines für Smart-Verhältnisse fast gigantischen SUVs von 4,20 Metern als Ersatz für Forfour und Fortwo bis hin zum EQS SUV, mit dem auch die Marke Maybach elektrifiziert werden soll. Sogar die G-Klasse stimmt als Concept EQG auf die neue Zeit ein. Das gilt auch für AMG: Der Werkstuner aus Affalterbach zeigt sein erstes E-Auto für die Serie. Der EQA 53 hat 560 kW/761 PS, der GT Viertürer wird zum Plug-in-Hybrid mit bis zu 620 kW/843 PS.
    

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Elektromobilität für die Massen

Andere Marken wollen die neue Mobilität endlich in die Breite bringen. So geben VW und die Seat-Tochter Cupra mit zwei sehr verschiedenen Konzepten einen ersten Ausblick auf einen gemeinsamen elektrischen Kleinwagen. Gut vier Meter lang, verspricht er E-Mobilität für Einsteiger und rund 400 Kilometer Reichweite. Wenn er allerdings in vier Jahren zu Preisen ab etwa 20 000 Euro auf den Markt kommen soll, dürfte das weder ein viertüriges Crossover mit Stoffdach sein, wie der ID Life bei VW, noch ein Stadtflitzer mit 172 kW/234 PS wie der Urban-Rebell am IAA-Stand der spanischen Schwester.

Weniger Interpretationsspielraum lässt der Mégane E-Tech, der bei Renault steht: Vorerst als Alternative und nicht als Ersatz für den konventionellen Mégane, soll er im Frühjahr 2022 als elektrischer Kompakter mit deutlich mehr als 400 Kilometer Reichweite starten.

Viele große Marken fehlen – neue gehen in die Startlöcher

Zwar fehlen auf der IAA mehr als ein Dutzend Hersteller wie Opel und die anderen Anbieter aus dem Stellantis-Konzern sowie alle Marken aus Japan. Auch Jaguar oder Land Rover sucht man vergebens. Nach den Absagen von Luxusmarken wie Lamborghini, Ferrari, Bentley, Maserati und McLaren ist auch das Faszinationspotenzial eher bescheiden.

Doch dafür war die IAA diesmal auch eine Bühne für Newcomer. Das gilt nicht allein für die vielen Fahrradhersteller, die den Autobauern zahlenmäßig überlegen sind. Es mischen sich in München auch neue Automarken ins Messeprogramm, etwa chinesische Anbieter wie Wey mit dem elektrischen Oberklassen-SUV Coffee 01 oder Ora mit dem Retro-Kleinwagen Cat. Nischenmarken wie Microlino oder ACM stoßen mit winzigen Fahrzeugen in die Lücke zwischen Auto und Motorrad.
   

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