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Wenn Ehrenamt an seine Grenzen geht

Wenn Ehrenamt an seine Grenzen geht

Der Waldbrand bei Rodenbach war einer der größten in Hessen seit 30 Jahren.

25.09.2026

Vor etwa einem Monat ist bei einem der größten Waldbrände in Hessen in den vergangenen 30 Jahren im Bereich der Gemeinde Rodenbach eine große Fläche ein Raub der Flammen geworden. Bis zu 500 Einsatzkräfte der Feuerwehr aus dem Main-Kinzig-Kreis, darunter auch viele freiwillige Helfer aus dem benachbarten Freigericht, waren gleichzeitig alarmiert, um auf dem Einsatzgelände von rund 55 Hektar – das entspricht etwa 80 Fußballfeldern – die verschiedenen Brandherde zu bekämpfen. Trockenheit, hohe Waldbrandgefahr, kräftiger Wind und teils schwer zugängliches Gelände erschwerten die Arbeiten. Neben den Feuerwehren kamen auch Hubschrauber und Drohnen zum Einsatz. Mehrere Wehren aus der Region unterstützten sich gegenseitig und lösten bereits eingesetzte Kräfte ab. 

Insgesamt waren im Verlauf des Einsatzes rund 1.000 Hilfskräfte beteiligt. Um die Wasserversorgung sicherzustellen, wurden unter anderem sechs große Abrollbehälter mit jeweils 10.000 Litern Fassungsvermögen bereitgestellt.

In der jüngsten Sitzung der Freigerichter Gemeindevertreter dankte Parlamentschef Patrice Göbel (CDU) allen Feuerwehrkameraden, den Rettungsdiensten, der Polizei, den THW-Kräften und den Mitarbeitern von Hessen-Forst für ihren Einsatz. Nur durch deren entschlossenes Handeln sei verhindert worden, dass sich das Feuer auf die Freigerichter Gemarkung ausbreitete. Mit vereinten Kräften sei es gelungen, die Brände innerhalb weniger Tage in den Griff zu bekommen. 

Gerade ein Einsatz dieser Größenordnung zeigt, wie viel die freiwilligen Feuerwehrleute leisten. Viele von ihnen stehen neben Beruf und Familie im Ernstfall innerhalb kürzester Zeit bereit und übernehmen Verantwortung für die Allgemeinheit. Der Waldbrand in Rodenbach war deshalb nicht nur eine Ausnahmesituation, sondern auch ein Anlass, den Einsatz der Ehrenamtlichen besonders zu würdigen.

Die Sensibilisierung der Waldbesucher für die wachsende Gefahr von Waldbränden werde auch künftig fortgeführt, teilte Bürgermeister Waldemar Gogel (CDU) in der gleichen Sitzung auf Anfrage der Fraktion „Die Freigerichter“ mit. Die Gemeinde setze weiterhin auf Hinweisschilder im Wald, Pressemitteilungen und Informationen über ihre Social-Media-Kanäle. 

„Leider mussten wir in diesem Jahr feststellen, dass neben der Gefahr einer fahrlässigen Brandverursachung insbesondere auch vorsätzliche Brandstiftungen ein Problem dargestellt haben. Dies lässt sich durch reine Sensibilisierung naturgemäß nur sehr eingeschränkt verhindern“, sagt Gogel. Die Verwaltung stehe deshalb in stetigem Austausch mit der Gemeindebrandinspektion um Tobias Früchtl darüber, wie die Feuerwehr für entsprechende Einsatzlagen noch besser ausgestattet und vorbereitet werden könnte. 

Bereits heute besteht im Main-Kinzig-Kreis eine interkommunale Zusammenarbeit zur Löschwasserversorgung. Kreisweit stehen rund 130.000 Liter Wasser in entsprechenden Abrollbehältern zur Verfügung. Ein Teil dieser Kapazitäten wird auch in Freigericht vorgehalten und kann bei größeren Einsatzlagen flexibel eingesetzt werden. Zusätzliche feste Löschwasserbehälter im Wald seien daher derzeit nicht vorgesehen, erklärt Gogel. 

Ergänzend werde gemeinsam mit dem Main-Kinzig-Kreis an einem Waldbrandzug gearbeitet. Dabei handelt es sich um eine spezialisierte und überörtlich einsetzbare Einheit, die gezielt für Wald- und Vegetationsbrände ausgerüstet und ausgebildet wird. Bei größeren Bränden sollen dadurch Kräfte und Spezialausstattung schneller und koordinierter zusammengeführt werden können.

Ein weiterer Baustein ist die langfristige Entwicklung eines klimaresilienteren Gemeindewaldes. Im Rahmen des neuen Forsteinrichtungswerkes werde gemeinsam mit Hessen-Forst darauf geachtet, den Wald widerstandsfähiger gegen längere Trockenperioden, höhere Temperaturen und veränderte klimatische Bedingungen zu machen.

Dazu gehören laut Gogel insbesondere standortgerechtere, vielfältigere und stabilere Waldbestände. Lange Trockenphasen, ausgetrocknete Vegetation und vorgeschädigte Bestände erhöhten nicht nur die Entstehungsgefahr von Waldbränden, sondern begünstigten auch deren Ausbreitung. Ziel sei es deshalb, den Wald langfristig widerstandsfähiger aufzustellen und damit zugleich den vorbeugenden Waldbrandschutz zu stärken.

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