Wer beim Neubau des Eigenheims mit möglichst wenigen tragenden Innenwänden plant, schafft sich mehr Möglichkeiten für spätere Veränderungen. Das gilt auch für Trockenbauwände, die sich bei Bedarf vergleichsweise schnell und unkompliziert entfernen lassen. Darauf weist der Verband Privater Bauherren (VPB) hin.
Räume später verändern
Ein flexibler Grundriss kann sich besonders dann auszahlen, wenn sich die Lebenssituation der Bewohner im Laufe der Jahre verändert. Kinderzimmer, die zunächst getrennt genutzt werden, können später beispielsweise zu einem größeren Raum zusammengelegt werden. Auch ein zusätzliches Arbeitszimmer oder ein Hobbyraum lässt sich so leichter schaffen.
„Vorausschauende Bauherren planen das direkt ein und lassen den Bodenbelag unter den Trockenbauwänden durchlaufen“, rät Klaus-Peter Frenzel vom Verband Privater Bauherren. Dadurch muss bei einem späteren Umbau nicht zunächst der Boden an den Stellen ausgebessert werden, an denen zuvor eine Wand gestanden hat. So können beispielsweise aus zwei Kinderzimmern später ein großer Hobby- oder Fitnessraum entstehen. Auch andere Raumaufteilungen sind möglich, ohne dass dafür umfangreiche bauliche Veränderungen notwendig werden. Wichtig ist allerdings, bereits bei der Planung darauf zu achten, welche Wände tatsächlich tragend sind und welche später problemlos entfernt werden können.
Offener Grundriss
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, von Anfang an auf einen möglichst offenen Grundriss zu setzen. Gerade im Erdgeschoss lassen sich Diele, Küche, Wohn- und Essbereich als großes zusammenhängendes Ensemble planen. Dadurch entstehen großzügige Räume, die unterschiedlich genutzt werden können.
Der Trend zu offenen Grundrissen im Erdgeschoss hat sich laut VPB längst etabliert. In vielen Einfamilienhäusern finden sich dort nur noch wenige Innentüren. Häufig gibt es neben den Türen zu Nebenräumen lediglich eine Tür zur Gästetoilette. Ein offener Wohnbereich kann zudem den Alltag erleichtern. Wer kocht, kann gleichzeitig mit anderen Familienmitgliedern im Wohn- oder Essbereich kommunizieren. Auch bei Besuch bietet ein großer zusammenhängender Raum mehr Möglichkeiten, gemeinsam Zeit zu verbringen.
Allerdings sollte ein offener Grundriss gut durchdacht sein. Nicht jeder Bereich muss dauerhaft miteinander verbunden sein. Wer Wert auf Rückzugsmöglichkeiten legt, kann beispielsweise mit flexiblen Raumteilern oder später einziehbaren Trockenbauwänden arbeiten.
Weniger Wände, weniger Kosten
Weniger Innenwände bedeuten in der Regel auch weniger Türen. Das kann die Baukosten zumindest etwas reduzieren.
„Mit Blick auf das gesamte Vorhaben des Hausbaus handelt es sich hierbei zwar um kleine Einsparungen“, erklärt Frenzel, „doch nicht selten summieren sie sich.“ Neben den Kosten spielt auch die spätere Anpassbarkeit eine Rolle.
Ein Haus wird im Idealfall über viele Jahrzehnte genutzt. Die Anforderungen an die Räume können sich in dieser Zeit mehrfach verändern. Ein Grundriss, der von Anfang an etwas Spielraum lässt, kann deshalb langfristig Vorteile bieten. (dpa)