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Weinanbau als Traditionspflege

Hochstädter Winzerverein feiert 35-jähriges Bestehen

Weinanbau als Traditionspflege

Der neue Weinberg „Am Hohen Rain" im Sommer 1994

03.12.2022

Weinbau als Traditionspflege - so lautet seit 35 Jahren das Motto des 1. Hochstädter Winzervereins. Seinerzeit wurde der Verein von 17 Winzern in der Babbelgass aus der Taufe gehoben. Die Gründungsmitglieder waren sich einig: Man wollte die lange Tradition des Weinanbaus wiederaufleben lassen. Damit ging auch eine entsprechende Philosophie einher, die bis heute überdauert hat: „Wir machen Wein nach Art des Großvaters, unverfälscht, so, wie er gewachsen ist. Voll durchgegoren und nach Art des Großvaters." Noch bevor der Verein gegründet wurde, erfolgte der Weinanbau an sämtlichen Standorten - an Hauswänden, Pergolen und sogar auf Garagendächern. brachte Horst Steinbrecher 1977 den Stein für die Vereinsgründung mit seinem ersten „Garagenweinberg" im Neubaugebiet Kochberg ins Rollen. 1981 folgte Dr. Franz Holdingshausen mit der Sorte Gutedel. Zwei Jahre später wurden die ersten Trauben geernet und 1984 erfolgte die erste Kelterung. Der Ertrag: ganze sechs Liter. Das wiederum motivierte die Nachbarn Rainer Harmuth, Manfred Ritz und Pedro Vasques. 1986 konnten schon elf Liter Most gekeltert werden und zusammen war man sich einig, dass man dem Hochstädter Weinanbau, der bereits in den ältesten Urkunden aus den Jahren 819 und 846 erwähnt wird, zu einer neuen Renaissance verhelfen würde.

Weinanbau fördert auch die Gemeinschaft

Dr. Franz Holdinghausen fungierte als erster Präsident und hatte gleichzeitig auch das Amt des Kellerausschuss-Vorsitzenden inne. Die heute im Verein zusammengeschlossenen Winzer der Stadt Maintal sind Bürger aus allen Berufsschichten und Altersklassen, die sich als Freunde des unverfälschten deutschen Weines an das strenge Hochstädter Reinheitsgebot halten. Mit dem Anbau der traditionellen Rebsorten Gutedel, Riesling und Sylvaner, die einst die Hügel um Hochstadt zierten, will man eine alte Tradition dieser Landschaft wiederaufleben lassen. Das Ganze wird zwar als ernsthafte Sache betrieben, jedoch nicht ohne einen Schuss Humor, der zu jedem guten Glas Wein passt.

"Hallo Winzer"

Auch die Geselligkeit spielt eine große Rolle im Vereinsleben. Neben gemeinsamen Fahrten und Festen steht auch der regelmäßige Winzerstammtisch im Fokus des regen Vereinslebens. Oberstes Ziel ist die Pflege eines kleinen Traditionsweinbergs. Eine weitere wichtige Aufgabe ist es, möglichst viele bebaute Flächen durch den Bewuchs mit traditionellen Weinreben zu rekultivieren. 1992 konnte man sich den Traum von einem eigenen Weinberg erfüllen. Das in jeder Hinsicht ideale Grundstück heißt „Am Hohen Rain" mit herrlichem Blick über Bischofsheim bis hin zur Frankfurter Skyline. 1994 wurde der Weinberg angelegt. Den Gruß „Hallo Winzer" hört man seit Ende der 80er-Jahre wieder häufiger. Von 1989 bis 2008 befand sich das Domizil der Winzer in der Altkönigstraße in „Hildes Gut Stub". Dies ist vor allem auch der Großzügigkeit von Ehrenmitglied Hilde Strohl zu verdanken. Heute befindet sich die Winzerstube in der Bischofsheimer Straße 9. Ehrenmitglied Margarete Strohl hatte diesen Umzug möglich gemacht. Zu den weiteren Ehrenmitgliedern des Vereins zählen Wilhelm Rauch, Reinhardt Alexander, Horst Herrenkind und Hermann Langheinrich. (el)

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