Neu gedacht, neu gestaltet: IG Metall hat ihr Bildungszentrum Bad Orb ist umfassend saniert und umstrukturiert
Nach intensiven Bauarbeiten präsentiert sich das IG Metall Bildungszentrum Bad Orb als moderne, barrierefreie Bildungsstätte – konsequent ausgerichtet auf die Anforderungen heutiger Qualifizierung und gemeinschaftlichen Lernens.
Mit der Wiedereröffnung im August 2025 ist die umfassende Sanierung des IG Metall Bildungszentrums Bad Orb abgeschlossen worden. Entstanden ist ein moderner Lern- und Begegnungsort für Gewerkschaftsarbeit aus ganz Deutschland.
Der Startschuss für die umfassende Sanierung fiel 2021, die Planungen begannen bereits ein gutes Jahr zuvor, berichtet Projektleiter Markus Mühl. Ausgangspunkt war eine notwendige energetische Sanierung: Technische Anlagen, Fenster und Gebäudehülle entsprachen nicht mehr den aktuellen Standards. Daraus entwickelte sich ein weitreichendes Projekt, bei dem das ehemalige Hotel Atlantic und die über Jahre gewachsene Gebäudestruktur grundlegend neu gedacht wurden. In einer Ausschreibung setzte sich die FME architecture + interior design GmbH aus Kronberg als verantwortliches Architekturbüro durch, das auch für die Einrichtung zuständig war. „Wir haben uns aber auch mit eigenen Ideen in die Neugestaltung eingebracht“, erläutert Mühl. Bauherr war die Treuhandverwaltung IGEMET GmbH aus Frankfurt.
Klare Struktur statt historisch gewachsener Brüche
„Das Gebäude war über Jahrzehnte immer dort erweitert worden, wo gerade Platz war“, erklärt Markus Mühl. Hotelbereiche, Seminarflächen und Freizeitangebote waren funktional nicht sinnvoll miteinander verbunden. Ziel der Sanierung war daher, diese Bereiche neu zu gliedern und zusammenzuführen. Ein Beispiel: Die Küche wurde an einen anderen Standort verlegt, um Abläufe zu verbessern und den Aufenthalt für die Gäste attraktiver zu gestalten. Der frühere Küchenbereich bildet heute einen großen Multifunktionsraum, der für Veranstaltungen und Abendformate verwendet wird. „Er wird wirklich gut angenommen“, meint der Projektleiter. Generell greifen Seminar-, Hotel- und Freizeitbereiche nach der Umgestaltung logisch ineinander.
Sanierung im laufenden Betrieb

Eine besondere Herausforderung: Große Teile der Arbeiten fanden bei laufendem Betrieb statt. Seminare wurden weiter angeboten, mehrere Bereiche wurden aufrechterhalten. „Wir haben in dieser Zeit auch umfassend auf die Hotelkapazitäten in Bad Orb zurückgegriffen“, sagt Stephanie Laux, Leiterin des Bildungszentrums Lohr – Bad Orb. „Das war organisatorisch anspruchsvoll, aber es hat funktioniert – auch dank guter Zusammenarbeit und flexibler Partner“, betont sie.
Mittlerweile ist die Arbeit im Inneren des Gebäudes abgeschlossen. Die Einrichtung verfügt über 116 helle Zimmer und fünf barrierefreie Zimmer, teilweise mit Balkon oder Terrasse. Hinzu kommen ein moderner Speisesaal mit Frontcooking, zeitgemäße Tagungstechnik, ein Fitnessstudio und ein neu geschaffener Wellnessbereich mit Sauna, der auf dem Dach untergebracht wurde. Die Freizeitbereiche sind die einzigen eigentlichen Neubauten; hierfür wurde die Anlage aufgestockt. Die übrigen Arbeiten erstreckten sich auf das Bestandsgebäude. Eine Herausforderung, nicht nur aufgrund des laufenden Betriebs.
Bauen im Bestand: Herausforderungen gemeistert
Während der Kernsanierung traten statische Probleme auf, insbesondere im ältesten Gebäudeteil. „Wir mussten einige Bereiche abreißen und wiederaufbauen lassen“, sagt Markus Mühl. Der Grundriss blieb so zwar erhalten, der Zeit- und Koordinationsaufwand erhöhte sich jedoch deutlich.
Erschwerend kamen die Auswirkungen der Corona-Pandemie, Lieferengpässe und erhebliche Preissteigerungen hinzu. Insgesamt kostete das Projekt rund 20 Millionen Euro. „Wo immer es möglich war, haben wir auf die Zusammenarbeit mit regionalen Firmen gesetzt“, berichtet der Projektleiter.
Barrierefreiheit als zentrales Prinzip
Ein besonderer Schwerpunkt der Sanierung lag auf der vollständigen Barrierefreiheit. Alle Bereiche des Hauses sind heute für Rollstuhlfahrer zugänglich, einschließlich des Wellnessbereichs. „Das ist insbesondere mit Blick auf Schwerbehindertenseminare von großer Bedeutung“, sagt der Projektleiter. „Aber es kommt letztlich allen Gästen zugute.“
Auch architektonisch setzt das Haus ein sichtbares Zeichen: Die neue Metallfassade verleiht dem Gebäude ein prägnantes Erscheinungsbild.
Gänzlich beendet ist das Projekt noch nicht. Während die Sanierung des Gebäudes abgeschlossen ist, stehen im Außenbereich noch einige Arbeiten an, darunter die Gestaltung einer Terrasse und eines kleinen Biergartens. Der Bildungsbetrieb läuft allerdings wieder mit voller Kapazität. Das Zentrum qualifiziert Gewerkschaftsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter aus ganz Deutschland. Durch die Umgestaltung ist ein Ort entstanden, der Lernen, Austausch und Erholung zeitgemäß verbindet. „Wir freuen uns darauf, alte und neue Gesichter zu begrüßen, gemeinsam zu wachsen und neue Impulse für eine starke und solidarische Arbeitswelt zu setzen“, betont Leiterin Stephanie Laux.