31 Vereine und Gruppen gestalten das Fest zum 875-jährigen Bestehen entlang der Alten Dorfstraße
Wenn Niedermittlau am Samstag und Sonntag, 15. und 16. August, sein 875-jähriges Bestehen feiert, steht nicht allein die lange Geschichte des Ortsteils im Mittelpunkt. Das Jubiläum ist vor allem als Gemeinschaftsfest gedacht, an dem sich Vereine, Gruppen, Einrichtungen und Anwohner beteiligen. Entlang der Alten Dorfstraße entsteht ein großes Höfefest mit zahlreichen Ständen und einem umfangreichen Bühnenprogramm.
Der Festbetrieb beginnt am Samstag um 11 Uhr. Zahlreiche Höfe entlang der Alten Dorfstraße öffnen ihre Tore und bieten kulinarische Spezialitäten, Einblicke in die Vereinsarbeit sowie Angebote für große und kleine Besucher. Auf der Hauptbühne läuft den ganzen Tag über ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm. Am Sonntag eröffnet der Musikverein Euterpe das Bühnenprogramm. Gegen 18 Uhr klingt das Festwochenende gemütlich aus.
Federführend bei der Organisation ist die Festgesellschaft Niedermittlau. Chiara Biló, Vorstandsmitglied und zuständig für die Pressearbeit, betont jedoch, dass die Vorbereitung auf vielen Schultern ruht. Alle beteiligten Vereine und Gruppen bringen sich ein und stemmen das Fest gemeinsam. Den organisatorischen Kern bildet eine achtköpfige Gruppe der Festgesellschaft. Manuela Michel ist Vorsitzende des Planungskomitees, Kristian Niegisch Erster Vorsitzender der Festgesellschaft und Marcel Michel Zweiter Vorsitzender.
Insgesamt wirken 31 Vereine und Gruppen mit, darunter 17 Vereine. Auch die Kindergärten und Schulen des Ortsteils sind eingebunden. Die Kindergärten gestalten unter anderem Teile des Kinderprogramms, bieten Wassereis und Waffeln an und stehen für einen Gesangsauftritt auf der Bühne.
Das kulinarische Angebot reicht von Kaffee und Kuchen bei den Landfrauen über hessische Bratwurst bei der Feuerwehr Niedermittlau bis zu Reibekuchen bei den Reservisten Hasselroth. Die evangelische Kirchengemeinde lädt zu einem Gottesdienst und in eine Chill-Area im Kirchgarten ein. Der Kultur- und Geschichtsverein zeigt eine Sonderausstellung im Heimatmuseum.
Darüber hinaus beteiligen sich unter anderem die DLRG Niedermittlau, der Vogelschutzverein, die Schützengemeinschaft Deutscher Wald, der Humorverein und der Tanzsportclub Schwefelholz. Das Organisationsteam rechnet an den beiden Festtagen mit insgesamt mehreren Tausend Besuchern.
Bewusst haben sich die Verantwortlichen gegen ein klassisches Jubiläumsfest auf einem zentralen Platz entschieden. „Wir haben uns gefragt: Was können wir Besonderes machen, etwas anderes, als einfach nur auf einem Festplatz zu sein?“, erklärt das Organisationsteam. Die Wahl fiel auf ein Höfefest im alten Ortskern und entlang der früheren Hauptstraße Niedermittlaus, auf der einst auch die Straßenkerb gefeiert wurde.
Mehrere Anwohner stellen ihre privaten Höfe Vereinen und Gruppen zur Verfügung. Andere bewirtschaften ihre Grundstücke selbst und organisieren dort beispielsweise einen Flohmarkt. „In den Höfen kann jeder etwas Eigenes machen“, erläutern die Organisatoren. Dadurch erhält jeder Bereich der Festmeile einen eigenen Charakter. Die Anwohner wurden von Beginn an in die Vorbereitungen einbezogen. Sie konnten eigene Ideen einbringen oder einen Stand anbieten. So wird die Alte Dorfstraße nicht nur zur Veranstaltungsfläche, sondern zu einem Festgelände, das unmittelbar von den Menschen vor Ort gestaltet wird.
Beim Bühnenprogramm soll nach Einschätzung der Organisatoren „ein Highlight das andere“ jagen. Besonders viele Besucher dürfte der Auftritt der Hasselrock Allstars am Samstagabend anziehen. Die Band kommt anlässlich des 875-jährigen Bestehens noch einmal zusammen und beschließt den ersten Festtag mit Livemusik.
Eröffnet wird das Jubiläumsfest von Hasselroths Bürgermeister Matthias Pfeifer, Landrat Thorsten Stolz, Kulturstaatssekretär Christoph Degen sowie dem Kreisbeigeordneten und Schuldezernenten Jannik Marquart. Darüber hinaus wird unter anderem der Landtagsabgeordnete Max Schad erwartet.
Auch die Geschichte Niedermittlaus erhält einen festen Platz im Programm. Der Kultur- und Geschichtsverein stellt bei einem Bühnenauftritt die Entwicklung des Ortsteils vor. Zudem öffnet das Heimatmuseum seine Türen. Dort können Besucher mehr über die Vergangenheit Niedermittlaus und das Leben früherer Generationen erfahren. Eine Festzeitschrift mit einem Grußwort von Bürgermeister Pfeifer und historischen Bildern liegt ebenfalls auf dem Festgelände aus.
Das Festgelände erstreckt sich vom Bereich am Heimatmuseum kurz vor der Stichelstraße bis zur Gondsrother Straße. Dieser Abschnitt ist während der Veranstaltung für den Verkehr gesperrt.
Die Umleitung führt über die Obere Heegstraße beziehungsweise die Taunusstraße. Parkplätze stehen im Bereich Friedrich-Hofacker-Halder le zur Verfügung. Landwirte stellen dort zusätzlich Flächen für die Fahrzeuge der Besucher bereit. In den Höfen sorgen Sonnenschirme und weitere schattige Bereiche dafür, dass sich die Gäste auch bei sommerlichen Temperaturen auf dem Festgelände aufhalten können.
Am selben Wochenende begeht Bernbach sein 1175-jähriges Bestehen. Davon lässt sich das Niedermittlauer Organisationsteam nicht entmutigen. „Wir hoffen, dass die Leute aus Hasselroth auf ein Hasselrother Fest gehen - oder zumindest beide Feste besuchen“, erklären die Verantwortlichen.
Im Mittelpunkt des Jubiläums stehen für die Organisatoren ohnehin nicht die Besucherzahlen allein, sondern das gemeinsame Erlebnis. Sie wünschen sich, „dass das Dorf an diesen beiden Tagen näher zusammenrückt“, alle Beteiligten mit ihren Ständen zufrieden sind und „die Feier in den Köpfen bleibt“.