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Elektro-Innung Main-Kinzig kritisiert geplante Änderungen bei EEG und Netzpaket deutlich

Elektro-Innung Main-Kinzig kritisiert geplante Änderungen bei EEG und Netzpaket deutlich
13.06.2026

Die Elektro-Innung Main-Kinzig übt scharfe Kritik an den geplanten Änderungen des EEG sowie am angekündigten Netzpaket des Bundeswirtschaftsministeriums. Obermeister Mike Lorenz warnt vor massiven Folgen für die Energiewende, das Handwerk und die Wirtschaft. 

„Seit Monaten erleben Bürger, Betriebe, Beschäftigte der Klimahandwerke sowie Hersteller von Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen eine enorme Verunsicherung durch die Informationspolitik des Bundeswirtschaftsministeriums in Sachen GEG und EEG“, erklärt Mike Lorenz. 

Besonders kritisch bewertet Lorenz die geplante Abschaffung der festen Einspeisevergütung für kleine Photovoltaikanlagen. Es sei nicht nachvollziehbar, warum gerade Hausbesitzer benachteiligt würden, die in eine unabhängige und klimafreundliche Energieversorgung investieren, ohne dass geeignete Kompensationsmaßnahmen vorhanden sind. „Kleine PV-Anlagen mit Batteriespeichern, intelligentem Energiemanagement und steuerbaren Verbrauchseinrichtungen entlasten unsere Stromnetze bereits heute erheblich“, so Lorenz weiter. „Wer netzdienlich handelt und privat investiert, darf nicht bestraft werden.“

Auch Mieterstromprojekte würden durch die geplanten Gesetzesänderungen nicht mehr umsetzbar. Dadurch würden insbesondere Mieterinnen und Mieter nicht mehr an der Energiewende beteiligt. 

Nach Auffassung der Elektro-Innung Main-Kinzig liegen die Ursachen für hohe Systemkosten nicht im Ausbau erneuerbarer Energien, sondern vor allem im schleppenden Netzausbau, der zu langsamen Digitalisierung der Stromnetze sowie beim stockenden Smart-Meter-Rollout. Zusätzlich erschwerten überregulierte und uneinheitliche Netzanschlussverfahren den Fortschritt. 

„Die aktuellen Gesetzentwürfe orientieren sich an einem unzureichenden Netzausbau und bremsen dadurch den Ausbau erneuerbarer Energien massiv aus“, kritisiert Lorenz. „Statt bestehende Probleme zu lösen, drohen neue bürokratische Hürden und zusätzliche Komplexität.“ 

„Bundeskanzler Friedrich Merz fordert mehr Tempo, Innovation und Vertrauen in demokratische Prozesse. Genau das Gegenteil wird mit diesen Gesetzentwürfen erreicht“, erklärt Lorenz. „Die Energiewende wird ausgebremst, Innovationen werden behindert und das Vertrauen in verlässliche politische Rahmenbedingungen massiv beschädigt.“

Der Zentralverband der Deutschen Elektround Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) hatte bereits am 12. Mai mit einer Stellungnahme und einem Positionspapier deutliche Kritik an den geplanten Änderungen geäußert. Die Elektro-Innung Main-Kinzig unterstützt diese Positionen ausdrücklich.

„Mehr als 80 Prozent der Menschen in Deutschland stehen hinter der Energiewende“, betont Lorenz abschließend. „Die Politik sollte diesen Rückhalt nutzen und den Ausbau erneuerbarer Energien konsequent unterstützen, statt die fossile Abhängigkeit weiter zu verlängern.“

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