ANZEIGE

Die Spielgemeinschaft HdB stellt sich vor

Die Spielgemeinschaft HdB stellt sich vor

Die Spielgemeinschaft legt großen Wert auf ein detailliertes Bühnenbild. Fotos: Privat

13.06.2026

Zwei Produktionen im Jahr und ein starkes Gemeinschaftsgefühl

„Licht aus, Spot an“ für die Spielgemeinschaft HdB. Der Theaterverein gehört zu den wenigen Laienspielgruppen der Region, die gleich zwei Produktionen pro Jahr auf die Bühne bringen. Neben einer Komödie für Erwachsene gehört seit 1981 fest ein Märchen zum Programm, das traditionell am zweiten Adventswochenende aufgeführt wird. Dieses richtet sich an die ganze Familie, insbesondere jedoch an Kinder, und ist für viele längst ein fester Bestandteil der Vorweihnachtszeit geworden. 

Ein besonderes Projekt stellte im letzten und in diesem Jahr die Produktion „Pinocchio“ dar. Erstmals wagte sich die Gruppe an ein Musical, ein Genre, das nicht nur schauspielerisches Talent, sondern auch gesangliche Leistung und ein erweitertes technisches Konzept erfordert. Für die Spielgemeinschaft war dies ein mutiger und zugleich spannender Schritt, der zeigt, dass sie sich kontinuierlich weiterentwickeln möchte.  

Die Stückauswahl wird gemeinsam getroffen

Die Auswahl eines neuen Stückes erfolgt strukturiert und gemeinschaftsorientiert. Zunächst wird innerhalb der Gruppe abgefragt, wer in der kommenden Produktion mitwirken möchte. Aus der Anzahl potenzieller Darstellerinnen und Darsteller ergeben sich erste Rahmenbedingungen. Anschließend werden bei Theaterverlagen Leseexemplare angefordert, die den gesetzten Parametern entsprechen – etwa hinsichtlich Genre, Sprache oder Anzahl der Mitwirkenden. Dabei wird darauf geachtet, für jede und jeden eine passende Rolle zu finden, ein qualitativ überzeugendes Stück auszuwählen und gleichzeitig die Umsetzbarkeit von Bühnenbild und Kostümen zu gewährleisten. Befindet sich ein Werk in der engeren Auswahl, prüfen Technik- und Bühnenbauteam zusätzlich die praktische Realisierbarkeit. Ein besonderes Privileg ist es für die Gruppe, dass inzwischen eine Autorin aus den eigenen Reihen Stücke für Verlage schreibt. Zwei Märchen aus ihrer Feder wurden bereits erfolgreich aufgeführt: passgenau zugeschnitten auf Ensemble, Bühne und örtliche Gegebenheiten. 

Herausforderungen gehören für die Spielgemeinschaft seit jeher dazu. Die Bühne im Haus der Begegnung misst lediglich 6 mal 3,5 Meter und dennoch wurden dort bereits aufwendige Komödien mit zwei Etagen, Wendeltreppe, neun Türen und sogar einem Baum in der Bühnenmitte realisiert. Häufige Szenenwechsel erfordern schnelle und präzise Umbauten, um den Spielfluss nicht zu unterbrechen. Auch die aktuelle Produktion mit über 30 eigens angefertigten Kostümen stellte das Kostüm- und Maskenteam vor große Aufgaben. Eine der größten organisatorischen Leistungen gelang der Gruppe im Jahr 2021: Unter Coronabedingungen wurde die geplante Komödie nicht wie gewohnt im Haus der Begegnung, sondern im Bürgerhaus Maintal-Bischofsheim aufgeführt. Innerhalb eines Wochenendes musste die komplette Bühne samt Requisiten und Kostümen umziehen, neu aufgebaut und wieder abgebaut werden. Hinzu kamen Hygienekonzepte, Wegeleitsysteme, individuell angepasste Bestuhlungspläne sowie die Herausforderung, auf einer dreimal so großen Bühne mit völlig neuen Laufwegen zu spielen. Den erheblichen Mehraufwand nahm die Gruppe jedoch gerne in Kauf, um ihrem Publikum weiterhin Theater bieten zu können. 

Die Arbeit hinter den Kulissen ist dabei ebenso wichtig wie das Spiel auf der Bühne. Für zentrale Aufgabenbereiche wie Technik, Kulisse, Kostüme, Maske, Kartenverkauf oder Catering bestehen eigene Arbeitsgruppen. Sie entwickeln Ideen und Konzepte, die bei der Regisseurin zusammengeführt werden. Diese koordiniert, delegiert, stimmt ab und trifft schließlich die finalen Entscheidungen. So entsteht aus vielen Einzelbeiträgen eine gemeinsame Produktion. 

Zahlreiche Anekdoten begleiten die Spielgemeinschaft seit vielen Jahren

Besondere Erinnerungen entstehen häufig bei den Dernière-Aufführungen. Dabei handelt es sich um die jeweils letzte Vorstellung einer Produktion, bei der sich Mitwirkende auf und hinter der Bühne kleine Streiche spielen dürfen, allerdings unter zwei klaren Regeln: Essen und Trinken bleiben unberührt, und die Qualität des Stücks darf nicht leiden. Das Publikum soll von den Streichen möglichst nichts bemerken. So sind im Laufe der Jahre zahlreiche Anekdoten entstanden, manche so gelungen, dass sie im Nachhinein beinahe ins feste Programm aufgenommen worden wären. In den vergangenen Jahren wagte sich die Spielgemeinschaft zunehmend an Stücke mit Gesangseinlagen. Dabei wurde spürbar, welche Kraft Musik entfalten kann: Immer wieder entwickelte sich eines der Lieder zur heimlichen „Hymne“ einer Produktion, die plötzlich in der Maske, im Umkleideraum oder beim Catering summend zu hören war.

Auch um den Nachwuchs muss sich die Spielgemeinschaft derzeit keine Sorgen machen. Das Interesse von Kindern und Jugendlichen am Theaterspielen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Inzwischen gibt es eine eigene Jugendtheatergruppe, mit der gesondert und besonders spielerisch geprobt wird, bevor die Szenen in das Gesamtstück integriert werden. Doch auch erwachsene Neueinsteiger sind jederzeit willkommen. Neue Mitglieder erhalten in der Regel zunächst kleinere Rollen, die - je nach Engagement und Entwicklung - schnell wachsen können.

Ergänzt wird die Förderung durch Workshops und gemeinsame theaterbezogene Ausflüge. Für die Zukunft wünscht sich die Spielgemeinschaft HdB vor allem eines: das Privileg einer eigenen Bühne und eines eigenen Gruppenraums im Haus der Begegnung noch lange nutzen zu dürfen. Ebenso wichtig ist jedoch der Erhalt des starken Gemeinschaftsgefühls, das die Gruppe seit Jahrzehnten trägt: auf und vor allem hinter der Bühne. Redaktion: Alina Schunk

Werbung Impressum Datenschutz